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Wärmepumpe im Altbau: Was Forschung und neues Gebäudemodernisierungsgesetz GModG für Eigentümer bedeuten

Eine Wärmepumpe funktioniert nur im Neubau oder in einem vollständig sanierten Haus?

Aktuelle Praxisergebnisse des Fraunhofer ISE zeigen ein deutlich differenzierteres Bild. Gleichzeitig verändert das neue Gebäudemodernisierungsgesetz die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Heizungstausch. Für Eigentümer wird eine individuelle und langfristig ausgerichtete Planung deshalb wichtiger denn je.

Im Forschungsprojekt „WP-QS im Bestand“ untersuchte das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE vier Jahre lang insgesamt 77 Wärmepumpenanlagen in Ein- bis Dreifamilienhäusern.

Die untersuchten Gebäude reichten bis zum Baujahr 1826 zurück. Die Wärmepumpen erreichten unter realen Betriebsbedingungen Jahresarbeitszahlen zwischen 2,6 und 5,4. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Baujahr des Gebäudes und der Effizienz der Wärmepumpe konnte nicht festgestellt werden.

Das bedeutet: Das Alter eines Hauses allein entscheidet nicht darüber, ob eine Wärmepumpe sinnvoll eingesetzt werden kann.

Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern das Heizsystem

Ob eine Wärmepumpe effizient arbeitet, hängt vor allem davon ab, mit welchen Temperaturen das Gebäude ausreichend beheizt werden kann. Je niedriger die erforderliche Vorlauftemperatur ist, desto effizienter kann die Anlage in der Regel arbeiten.

Vor dem Einbau sollten deshalb unter anderem folgende Punkte geprüft werden:

  • der tatsächliche Wärmebedarf des Gebäudes,
  • die benötigte Vorlauftemperatur,
  • Größe und Leistung der vorhandenen Heizkörper,
  • der hydraulische Zustand der Heizungsanlage,
  • die Dimensionierung der Wärmepumpe,
  • die Regelung und Einstellung des Gesamtsystems,
  • mögliche energetische Verbesserungen am Gebäude.

Eine Fußbodenheizung ist dabei nicht grundsätzlich erforderlich. Das Fraunhofer ISE stellte fest, dass ausreichend dimensionierte Heizkörper im Durchschnitt mit ähnlich niedrigen Temperaturen betrieben werden konnten wie Flächenheizungen.

In manchen Gebäuden kann bereits der Austausch einzelner Heizkörper oder eine Optimierung der Heizungsregelung ausreichen. Eine vollständige Sanierung des Hauses ist nicht automatisch notwendig.

Gute Planung verhindert unnötig hohe Betriebskosten

Die Felduntersuchung zeigte neben guten Effizienzwerten auch Optimierungspotenziale. Einige Anlagen waren im Verhältnis zum tatsächlichen Wärmebedarf zu groß dimensioniert. Bei anderen Wärmepumpen kam es zu häufigem Ein- und Ausschalten.

Auch das Zusammenspiel zwischen Wärmepumpe, Pufferspeicher, Warmwasserbereitung und Wärmeverteilung war nicht bei allen Anlagen optimal abgestimmt.

Eine moderne Wärmepumpe sollte deshalb nicht lediglich anhand der Leistung der bisherigen Öl- oder Gasheizung ausgewählt werden. Grundlage der Planung sollte eine fachgerechte Ermittlung der Heizlast sein.

Die passende Dimensionierung, ein hydraulischer Abgleich und eine sorgfältige Inbetriebnahme können maßgeblich darüber entscheiden, wie effizient und zuverlässig die Anlage später arbeitet.

Was ändert sich durch das Gebäudemodernisierungsgesetz?

Bundestag und Bundesrat haben das neue Gebäudemodernisierungsgesetz am 10. Juli 2026 verabschiedet. Das Gesetz soll das Heizen technologieoffener und flexibler gestalten und setzt zugleich Vorgaben der europäischen Gebäuderichtlinie in deutsches Recht um. Erste Regelungen treten mit der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft.

Die bisherige pauschale Vorgabe, nach der neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden sollten, entfällt in ihrer bisherigen Form. Eigentümer erhalten damit mehr Wahlfreiheit bei der Auswahl des Heizsystems.

Neben Wärmepumpen, Fernwärme, Biomasse- und Hybridanlagen können grundsätzlich auch weiterhin Öl- oder Gasheizungen eingesetzt werden.

Mehr Technologieoffenheit bedeutet allerdings nicht, dass alle Lösungen langfristig dieselben Kosten verursachen.

Bei Öl und Gas auch die zukünftigen Brennstoffkosten berücksichtigen

Wer sich heute für eine neue Öl- oder Gasheizung entscheidet, sollte nicht nur den Anschaffungspreis betrachten. Künftig müssen schrittweise steigende Anteile klimafreundlicher beziehungsweise erneuerbarer Brennstoffe eingesetzt werden.

Zusätzlich können der CO₂-Preis, die Verfügbarkeit klimaneutraler Brennstoffe und deren zukünftige Marktpreise die laufenden Heizkosten beeinflussen.

Eine zunächst günstig erscheinende Heizung kann dadurch über ihre gesamte Nutzungsdauer deutlich höhere Kosten verursachen. Bei einer Investition, die häufig 15 bis 25 Jahre genutzt wird, sollten deshalb immer die erwartbaren Gesamt- und Betriebskosten betrachtet werden.

Förderung für den Heizungstausch wird angepasst

Nach Angaben der Bundesregierung gelten ab dem 21. Juli 2026 angepasste Förderbedingungen für den Heizungstausch.

Welche Förderung im konkreten Fall möglich ist, hängt unter anderem von der gewählten Heiztechnik, dem Gebäude, dem Zeitpunkt der Antragstellung und der persönlichen Situation der Eigentümer ab.

Da sich Förderprogramme und Antragsbedingungen verändern können, sollte die Förderung immer vor der Beauftragung und vor Beginn der Arbeiten geprüft werden.

Welche Heizung passt zu meinem Gebäude?

Die Entscheidung für ein neues Heizsystem sollte nicht allein anhand allgemeiner Empfehlungen oder kurzfristiger Anschaffungskosten getroffen werden.

Vor einer Modernisierung empfehlen wir insbesondere:

  • den aktuellen Zustand der Heizungsanlage zu bewerten,
  • die Heizlast des Gebäudes zu ermitteln,
  • die erforderlichen Systemtemperaturen zu prüfen,
  • vorhandene Heizkörper und Leitungen zu beurteilen,
  • mögliche Varianten miteinander zu vergleichen,
  • Investitions-, Verbrauchs- und Wartungskosten zu berücksichtigen,
  • die aktuell verfügbare Förderung zu prüfen.

Erst auf dieser Grundlage lässt sich zuverlässig beurteilen, ob eine Wärmepumpe, ein Hybridsystem oder eine andere Heizlösung technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Wir beraten Sie individuell

Löser + Anspach unterstützt Hauseigentümer in Koblenz und der Rhein-Mosel-Region bei der Modernisierung ihrer Heizungsanlage.

Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, welche Heiztechnik zu Ihrem Gebäude, Ihrem Wärmebedarf und Ihren persönlichen Anforderungen passt. Von der ersten Bestandsaufnahme über die Planung und Auswahl der passenden Anlage bis zur fachgerechten Installation und Inbetriebnahme erhalten Sie alle Leistungen aus einer Hand.

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